Sie wollen mit dem Trading nachhaltig Geld verdienen? Monatlich einen bestimmten Betrag dazu verdienen.

Hier ist die Wahrheit: 80% der aktiven Trader (oder sogar mehr) erwirtschaften keine nachhaltigen Gewinne.

Die Frage ist, warum sind diese Verhältnismäßigkeiten so wie sie sind? Und noch viel wichtiger, wie können Sie verhindern ebenfalls zu den 80% zu gehören? Wie lässt sich ein System entwickeln, mit welchem Sie dauerhafte Gewinne immer wieder replizieren können?

 

Die erste Antwort finden Sie in diesem Artikel:

Die Anwendung des Stop Loss – Missachtung kann tödlich sein

 

Und darum sage ich immer in Anlehnung an Vilfredo Pareto, dass 20% Ihrer Zeit beim Trading dem System und der Strategie gewidmet sein sollten und die restlichen 80% der Disziplin. Disziplin in dem Sinne Ihre Strategie auch akribisch umzusetzen.

Und die wichtigste disziplinarische Maßnahme ist die strikte Umsetzung und Einhaltung der gesetzten Stop Loss Marke.

Denn völlig losgelöst welche technischen Methoden in Ihrem Tradingsstil bzw. Tradingsystem angewendet werden, ohne Berücksichtigung eines Stop Loss ist jedes Tradingmodell zum Scheitern verurteilt.

kurzer Exkurs:

Kennen Sie Vilfredo Pareto?

Vor rund 15 Jahren hat ein Ökonom namens Vilfredo Pareto meine Einstellungen zu vielen Dingen grundlegend geändert. Während meiner Studienzeit ist er mir des Öfteren in Lehrbüchern über den Weg gelaufen. Würde er heute noch leben, hätte ich ihm schon längst Einen ausgegeben.

Der umstrittene Ökonom und Soziologe lebte von 1848 – 1923 und lehrte an der Universität von Lausanne in der Schweiz.

Sein bahnbrechendes Werk „Cours d´economie politique“ enthielt ein zur damaligen Zeit wenig beachtetes Gesetz der Einkommensverteilung, welches später nach ihm benannt wurde:

Pareto Gesetz. Oder die Pareto Verteilung. In letzter Zeit aber einfach als das 80/20 Prinzip bezeichnet.

Paretos Gesetz lässt sich folgendermaßen zusammen fassen:
20% des Inputs sorgen für 80% des Outputs.
Das lässt sich je nach Kontext auch anders ausdrücken:

80% der Konsequenzen folgen aus 20% der Ursachen

80% der Ergebnisse resultieren aus 20% des gesamten Aufwandes

80% der Unternehmensgewinne werden mit 20% der Produkte erwirtschaftet

80% der Aktiengewinne werden von 20% der Anleger gemacht

und so weiter und so weiter…

 

Ist Ihre Trefferquote 100%?

Super, herzlichen Glückwunsch. Denn dann brauchen Sie hier nicht mehr weiter zu lesen. Sie sind die einzige Ausnahme von Tradern, die ohne Stop Loss arbeiten können.

Wer mir allerdings erzählt er hätte eine Trefferquote von 100% bzw. ein System entwickelt, welches 100% Treffer generiert, dem begegne ich mit größter Vorsicht und wünsche ihm schmunzelnd weiterhin viel Erfolg:-)

Alle anderen Trader, die keine 100% Trefferquote aufweisen, müssen mit jeder Tradeeröffnung gleichzeitig einen Stop Loss setzen. Denn andernfalls würde sich nur die Frage stellen wann das Trading eingestellt werden müsste.

Bereits ein einzelner Trade, ohne Stop Loss kann das gesamte Depot und damit die Trading Karriere zunichte machen kann.

 

Stop Loss Techniken

Im folgenden möchte ich Ihnen die verschiedenen Stop Loss Techniken vorstellen.

Im Allgemeinen versteht man einen Stop Loss, als einen Kurs des Basiswertes bei dessen Erreichen eine bestehende Position geschlossen wird.

Bei den Stop Loss (auch Ausstiegs Stop Loss genannt) unterscheidet man zwischen

  1. Verlustbegrenzungs-Stop Loss
  2. Gewinnsicherung-Stop Loss

Der Vollständigkeit halber sollen an dieser Stelle auch kurz sogenannte Einstiegs Stopps genannt werden. Mit Einstiegsstopps werden Positionen geöffnet, indem man sich „einstoppen“ lässt.

Wir widmen uns hier aber lediglich den oben genannten Stop Loss Techniken zu.

Diese Ausstiegs Stop Loss werden bei Long Positionen immer unter den aktuellen Kurs platziert. Bei Short Positionen analog über den aktuellen Kurs.

Dabei sei erwähnt, dass es DEN idealen Stop Loss nicht gibt.

Bei der Verwendung von Stopps stellt sich immer wieder die Problematik, dass diese zu nahe am Kurs oder zu weit weg vom Kurs platziert werden.

Ersteres begrenzt zwar die absoluten Verlustrisiken, führt aber immer wieder dazu, dass unnötiger Weise negative Ergebnisse in Position hingenommen werden müssen, die sich letztlich doch noch als profitabel erwiesen hätten.

Letzteres führt zwar zu bedeutend weniger Fehltrades und einer Erhöhung der Trefferquote, doch in den Fehltrades müssen dann deutlich höhere Verluste akzeptiert werden.

 

Stop Loss Arten

Bei den Stop Loss Arten wird im Allgemeinen unter den folgenden Stop Loss Arten unterschieden:

  • Initial Stop Loss
  • Trailing Stop Loss
  • Break even Stop Loss
  • Stop Loss gemäß Charttechnik
  • Inactivity Stop Loss
  • Volatilitäts Stop Loss
  • Profit Target Stop

Jedoch sind Ihnen bei den Stop Loss Techniken keine Grenzen gesetzt und die genannten Stop Loss erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Haben Sie diese Stop Loss Arten aber einmal erst verinnerlicht, dann haben Sie bereits einen sehr guten Überblick.

 

Initial Stop Loss

Der Initial Stop Loss ist der Stop Loss, der umgangssprachlich als Stop Loss bezeichnet wird. Dieser Stop Loss wird unmittelbar nach Positionseröffnung gesetzt und beträgt im Verlustfall entweder einem maximalen Betrag oder einer prozentualen Größe in Bezug auf das Gesamtkapital.

Es wird hier also das maximale Risiko einer Position bestimmt. Dieser Stop ist ein elementarer Bestandteil eines jeden Handelsansatzes und dient in erster Linie zur Erhaltung des Trading Kapitals.

 

Trailing Stop Loss

Ein Trailing Stop Loss ist ein Gewinnsicherungsstopp, der wenn sich ein Engagement in die richtige Richtung entwickelt, der Position „nachläuft“ und den aufgelaufenen Gewinn teilweise und konsequent absichert.

to trail = nachlaufen

Entwickelt sich die Position nicht in die erwartete Richtung bleibt der Trailing Stop Loss unverändert und bei Erreichen des Trailing Stop Loss wird die Position ausgestoppt.

 

Break Even Stop Loss

Der Break Even Stop Loss beendet einen Trade mit neutralem Ergebnis. Zielsetzung ist hier, dass daß eingegangene Positionen, die bereits um einen bestimmten Betrag gelaufen sind, nicht mehr zu Verlusten führen sollen.

Daher wird mit einem Break Even Stop Loss genau das Niveau abgesichert, das einen Ausstieg ohne Verlust ermöglicht.

Sollte der Markt also in die erwartetet Richtung laufen so wird der Stopp schnellstens an den Break Even Punkt gesetzt.

 

Stop Loss anhand der Charttechnik

Beim Stop Loss anhand der Charttechnik wird der Stop Loss entsprechend der jeweiligen Chartsituation gesetzt. Somit gibt der Markt und der Chart die Position des Stop Loss vor.

 

Inactivity Stop Loss

Beim Inactivity Stop Loss wird die Position nach einer bestimmten Anzahl an Tagen oder Wochen geschlossen. Somit hat die Position ein gewisses Zeitfenster um ins Plus zu laufen. Die Position wird nach Ablauf der Zeit geschlossen, unabhängig von der Höhe oder Verlustes des Trades.

 

Volatilitäts Stop Loss

Der Volatilitätsstopp wird durch den Markt und seine Schwankungen festgelegt. Der Stop Loss wird entsprechend der momentan am Markt vorliegenden Volatilität bei jedem neuen Trade neu bewertet.

 

Profit Target Stop

Beim Profit Target Stop oder häufig auch „Take Profit“ genannt, handelt es sich um einen Gewinnmitnahmestop. Im Gegensatz zu den bisher behandelten Stop Loss Arten wird der Profit Target Stop nicht ausgelöst, wenn der Markt eine Gegenbewegung vollzieht, sondern erst wenn ein vom Trader avisiertes Kursziel erreicht wurde. Damit dient der Stop nicht der Verlustbegrenzung, sondern der Gewinnmitnahme.

 

Fazit: Nie ohne Stop Loss

Die hier dargestellten Stop Loss Arten zeigen, dass es DEN einen Stop Loss nicht gibt. Vielmehr können  die verschiedensten Strategien verfolgt werden.

Bei der Anwendung mit Stop Loss Marken sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. So können die Stop Marken stets in Abhängigkeit der vorherrschenden Trendintensität, der Volatilität, des Handelssignals (steigend oder fallend) oder der zeitlichen Ausrichtung variiert werden.

Enge Stops haben den Vorteil, dass sie Gewinn Trades mit guten Chance/Risiko Verhältnissen hervorbringen und die Verluste minimieren. Der Nachteil daran ist jedoch, dass negative Ergebnisse in Positionen akzeptiert werden, die sich letztlich doch noch als profitabel erwiesen hätten.

Weite Stops erhöhen zwar die Trefferquote, da weniger Fehltrades passieren. Doch mit den Fehltrades, die realisiert werden, müssen deutlich höhere Verluste hingenommen werden.

Wie Ihre Stop Konzeption letztlich aussehen mag, Sie dürfen niemals die Hauptfunktion von Stop Marken vergessen:  Schutz vor extremen Verlusten, die Ihre Existenz als Trader gefährden.

Denn das Wichtigste ist, dass Ihnen auch nach einer Serie von Verlusttrades noch genügend Kapital zur Verfügung steht, um den eigenen Trading Plan fortsetzen bzw. einhalten zu können.

Stop Loss ist eine Rote Ampel

Um es mit den Worten von Van K. Tharp in abgewandelter Form auszudrücken:

„Der Stop Loss ist wie eine rote Ampel: Sie können zwar bei Rot durchfahren, aber Ihre Sicherheit ist gefährdet. Fahren Sie regelmäßig bei Rot, wird es für Sie irgendwann tödlich enden.“

 

In diesem Sinne traden Sie stets mit Bedacht und machen Sie sich vor jedem einzelnen Trade Gedanken über Ihre Stop Loss Strategie. Denn gerade wenn es an den Börsen mal wieder hoch her geht, können Sie dem Treiben ganz entspannt zu sehen.

 

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